{"id":1707,"date":"2016-08-23T13:26:58","date_gmt":"2016-08-23T11:26:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/?p=1707"},"modified":"2020-03-24T08:44:52","modified_gmt":"2020-03-24T06:44:52","slug":"handysucht-bzw-nomophobie-gibt-es-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/allgemein\/handysucht-bzw-nomophobie-gibt-es-das\/","title":{"rendered":"Handysucht bzw. Nomophobie \u2013 gibt es das?"},"content":{"rendered":"<p>Smartphones nehmen eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle im Leben des Menschen ein &#8211; so scheint es zumindest. 49 Millionen Menschen in Deutschland nutzten im Jahr 2015 ein Smartphone, das ist mehr als die H\u00e4lfte der deutschen Bev\u00f6lkerung. Gleichzeitig ergab eine Studie britischer Forscher im Jahr 2012, dass 66 Prozent der britischen Handynutzer von der Angst betroffen waren, nicht erreichbar zu sein. Seitdem hat das Kind einen Namen: Nomophobie. Auf Deutschland angewandt, hie\u00dfe das, dass knapp 32 Millionen Menschen abh\u00e4ngig vom Smartphone sind. Aber was ist dran am Thema Handysucht \u2013 gibt es das?<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1699\" src=\"https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Bild-1-1024x682.jpg\" alt=\"Handysucht\" width=\"560\" height=\"373\" srcset=\"https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Bild-1-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Bild-1-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Bild-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Bild-1-560x373.jpg 560w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Bild-1-260x173.jpg 260w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Bild-1-160x107.jpg 160w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Bild-1.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/p>\n<p><strong>Nomophobie und die Erreichbarkeit 24\/7<\/strong><\/p>\n<p>Zum Einstieg ein kleiner Selbsttest: Sie sind in der Stadt unterwegs und erwarten eigentlich einen wichtigen Anruf und die Nachricht einer Freundin. Als Sie \u00fcberpr\u00fcfen wollen ob sich auf dem Smartphone was getan hat und Sie es verpasst haben, stellen Sie fest: das Handy ist nicht dabei. Die erste Reaktion ist: Panik. Verloren, gestohlen, oder doch nur vergessen? Wem jetzt bereits vom Lesen dieser Situation der kalte Schwei\u00df ausbricht, dem ist zu sagen: willkommen im Club der Nomophoben.<\/p>\n<p>No-Mobile-Phone-Phobie, oder kurz Nomophobie, beschreibt die Angst, f\u00fcr soziale oder gesch\u00e4ftliche Kontakte nicht erreichbar zu sein. Das tritt vor allem dann ein, wenn die Batterie des Handys zu Neige geht, kein Guthaben mehr vorhanden ist, das Handy kein Netz hat oder es schlichtweg verloren oder liegen gelassen wird.<\/p>\n<p>In vielen F\u00e4llen l\u00e4sst sich dem Funktionsverlust vorbeugen \u2013 routiniert nachts das Handy aufladen beispielsweise, oder eine Powerbank in der Tasche haben. Auch wer die Sorge hat, das Guthaben k\u00f6nne ausgehen, kann <a href=\"http:\/\/www.toptarif.de\/allnet-flat-vergleich\/\">mit einer Flatrate etwas dagegen tun<\/a>, auch wenn es jeweils auf das eigentliche Nutzerverhalten ankommt, wenn es darum geht, ob der Tarif das richtige f\u00fcr den einzelnen ist. Laut Untersuchungen nutzen n\u00e4mlich noch knapp 26 Millionen Menschen in Deutschland eine Prepaid-Karte. Was sich nicht verhindern l\u00e4sst, ist jedoch das eigene Vergessen, denn das geh\u00f6rt zum menschlichen Wesen dazu. Wenn das also \u00f6fter passiert, sollte das eigene Verhalten \u00fcberpr\u00fcft und hinterfragt werden: Warum ist das Smartphone so wichtig f\u00fcr mich, und \u2013 viel wichtiger \u2013 beeintr\u00e4chtigt mich das?<\/p>\n<p><strong>Permanentes Multitasking<\/strong><\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/work-life-balance\/checken-sie-staendig-ihre-e-mails-hoeren-sie-auf-sich-verrueckt-zu-machen\/\">Problem der Erreichbarkeit 24\/7<\/a>, die heute zum Teil von anderen, zum Teil aber auch schlichtweg von jedem selbst erwartet wird, ist die Unf\u00e4higkeit abzuschalten oder konzentriert dran zu bleiben. Das wei\u00df auch Alexander Markowetz, Informatikprofessor an der Uni Bonn. Um das Nutzerverhalten am Smartphone zu analysieren, hat er eine App entwickelt, die speichert wann und wie der Handybesitzer aktiv ist \u2013 die Ergebnisse sind alarmierend. Durchschnittlich wird das Smartphone 88-mal am Tag aktiviert, das entspricht einer Nutzung alle 18 Minuten, insgesamt zweieinhalb Stunden am Tag. \u201eDas wirklich \u00dcberraschende an den Ergebnissen war nicht so sehr die Zeit der Nutzung, sondern die riesige Anzahl der Unterbrechungen\u201c sagte Markowetz der <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/smartphone-sucht-101.html\">Tagesschau<\/a>. \u201eDas Problem ist die daraus resultierende Fragmentierung des Alltags und das permanente Multitasking.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1701\" src=\"https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Bild-2-1024x683.jpg\" alt=\"Handysucht Multitasking\" width=\"560\" height=\"374\" srcset=\"https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Bild-2-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Bild-2-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Bild-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Bild-2-560x373.jpg 560w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Bild-2-260x173.jpg 260w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Bild-2-160x107.jpg 160w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Bild-2.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/p>\n<p><strong>Erwartet oder hausgemacht?<\/strong><\/p>\n<p>Aber woher kommt dieses Verhalten &#8211; wird es von au\u00dfen erwartet, oder handelt es sich um ein hausgemachtes Problem? Teils, teils, muss die Antwort lauten. Denn \u201evon au\u00dfen\u201c hei\u00dft in dem Fall von den sozialen Kontakten, die davon ausgehen, den jeweils anderen st\u00e4ndig zu erreichen. Das gilt aber andersherum gleicherma\u00dfen \u2013 jeder stresst sich also gegenseitig in die Abh\u00e4ngigkeit vom Smartphone. Der Druck, nichts zu verpassen und nicht direkt verf\u00fcgbar zu sein, ist so am Ende selbstgemacht, alleine dadurch, dass er auf andere ausge\u00fcbt wird. Das hei\u00dft im Umkehrschluss: Wenn alle Mitglieder einer sozialen Gruppe etwas lockerer w\u00e4ren im Umgang mit dem Smartphone, g\u00e4be es kein Problem.<\/p>\n<p><strong>Wenn es wirklich problematisch wird: Todesf\u00e4lle durch Selfies<\/strong><\/p>\n<p>Das Problem geht aber weiter \u2013 nicht nur der Stress macht krank, auch die Handynutzung an sich. Der verspannte Nacken ist kein Ph\u00e4nomen, das immer noch nur von der Schreibtischt\u00e4tigkeit kommt \u2013 \u201eHandynacken\u201c nennt sich das heute.<\/p>\n<p>Traurig und erschreckend, aber ebenfalls wahr: 49 Menschen starben seit dem Jahr 2014 bei dem Versuch, ein Selfie zu machen. <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/panorama\/todesursachen-so-gefaehrlich-sind-selfies-1.2658849\">Schlagzeilen im September<\/a> 2015 lauteten: \u201eMehr Menschen durch Selfies gestorben als durch Hai-Attacken\u201c. Da waren es noch \u201enur\u201c 14 Todesf\u00e4lle. Was bringt den Menschen dazu, in die digitale Abh\u00e4ngigkeit zu laufen?<\/p>\n<p>Immer schon bewegt den Menschen die Frage: was bleibt, wenn er nicht mehr ist &#8211; fr\u00fcher war es das Haus, was von Hand, Stein auf Stein, aufgebaut wurde, die Firma, die vom Kleinstunternehmen zum gro\u00dfen Familienbetrieb wurde, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Vielleicht ist es heute das Facebook-Profil, das die Existenz bestehen l\u00e4sst? Spektakul\u00e4re Selfies als Alleinstellungsmerkmal? \u201eGet rich or die trying\u201c \u2013 von den Menschen, die beim Versuch ums Leben kamen, gibt es immerhin spannende Statistiken.<\/p>\n<div id=\"attachment_1702\" style=\"width: 570px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1702\" class=\"wp-image-1702 size-large\" src=\"https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Grafik-1024x872.jpeg\" alt=\"SelfieTote Statistik\" width=\"560\" height=\"477\" srcset=\"https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Grafik-1024x872.jpeg 1024w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Grafik-600x511.jpeg 600w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Grafik-768x654.jpeg 768w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Grafik-560x477.jpeg 560w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Grafik-260x221.jpeg 260w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Grafik-160x136.jpeg 160w, https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/22502-Grafik.jpeg 1600w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><p id=\"caption-attachment-1702\" class=\"wp-caption-text\">Selfies als Todesursache: ein trauriges Ph\u00e4nomen, das sich mehr und mehr zu h\u00e4ufen scheint. Der Gro\u00dfteil (19) der Selfie Todesf\u00e4lle passiert \u00fcbrigens in Indien, auf Platz zwei liegt Russland, wo Roofing ein beliebter Nervenkitzel ist.<\/p><\/div>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.mobilegeeks.de\/artikel\/tod-durch-selfie\/\">http:\/\/www.mobilegeeks.de\/artikel\/tod-durch-selfie\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Praktisches Tool vs. Totale Kontrolle?<\/strong><\/p>\n<p>Dennoch: was ist es, das an das Smartphone fesselt? Es ist zum einen der Drang erreichbar zu sein, das Gef\u00fchl gebraucht zu werden \u2013 denn das dr\u00fcckt das Handy voller Nachrichten schlie\u00dflich aus. Zum anderen ist es aber eben genau das praktische Tool, das das Leben so vereinfacht. Mobil Termine eintragen, von unterwegs aus \u00fcber verschiedene Kan\u00e4le kommunizieren, die <a href=\"https:\/\/www.bundes-telefonbuch.de\/blog\/work-life-balance\/7-dinge-die-sie-auf-dem-weg-zur-arbeit-erledigen-koennen\/\">Emails schnell schon in der U-Bahn checken<\/a> zu k\u00f6nnen \u2013 all diese praktischen Anwendungen kommen in dem Ger\u00e4t zusammen. Da h\u00f6rt es aber lange nicht auf. Fitness-Tracker, Schnittstelle zu sozialen Netzwerken, das Lexikon im Internet. Alle diese Dinge vereint das Smartphone, es gibt beinahe nichts, wof\u00fcr es keine App gibt.<\/p>\n<p>Erst diese Anwendbarkeit in jedem Bereich des t\u00e4glichen Lebens hat das Smartphone so wichtig werden lassen. In gewisser Weise wei\u00df es mehr \u00fcber das eigene Leben als der beste Freund \u2013 es ist also kein Wunder, dass eine gewisse Panik aufkommt bei dem Gedanken, es verloren zu haben. Das ist die gute Nachricht und eine Erleichterung f\u00fcr alle, die sich als nomophobisch einstufen: das Smartphone als wichtigster Begleiter hat seine Berechtigung. Solange es all die Bed\u00fcrfnisse befriedigt, auf die es ausgelegt ist und nicht zur l\u00e4stigen Pflicht wird, die st\u00e4ndig nervt, ist es vollkommen legitim es immer bei sich zu tragen. Denn erst wenn es wirklich zur Belastungsprobe wird, die t\u00e4glich die Nerven strapaziert und die Erreichbarkeit 24\/7 zum Burn-Out f\u00fchrt, ist es wirklich Zeit, das Smartphone abzuschalten: zumindest f\u00fcr wenige Stunden am Tag.<\/p>\n<p>Bild 1: \u00a9<a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/JESHOOTS-264599\/\">JESHOOTS<\/a> pixabay.com (CC0 1.0)<\/p>\n<p>Bild 2: \u00a9<a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/Unsplash-242387\/\">Unsplash<\/a> pixabay.com (CC0 1.0)<\/p>\n<p>Bild 3 \u00a9<a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/selfie-frau-jung-selfie-stick-970042\/\"> jasicaJaew<\/a> pixabay (CC0 1.0)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Smartphones nehmen eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle im Leben des Menschen ein &#8211; so scheint es zumindest. 49 Millionen Menschen in Deutschland nutzten im Jahr 2015 ein Smartphone, das ist mehr als die H\u00e4lfte der deutschen Bev\u00f6lkerung. 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